Noch 2 Wochen Saharacamp

14.04.2015 11:44

Jeden Tag gibt es neue Situationen, neue Abentuer, neue Bekanntschaften. Gestern besuchten uns 55 motorsportbegeisterte Polen im Saharacamp, heute verabschiedeten wir Nicoleund Dik aus Bremen,
die leider wieder die Heimfahrt antreten mussten! Dafür kamen zwei Clubmitglieder vom Stammtisch München überraschend an, die noch vor 2 Monaten in keinster Weise
an ein solches Abenteuer gedacht hatten. Die Idee des Saharacamps fanden die beiden Brüder so toll, dass sie sich schnell jeweils eine ADVENTURE gekauft hatten, unsere
Packliste komplett dazu besorgt hatten und mit je 60 Kilo Gepäck in nur 5 Tagen von Bayern nach Südmarokko durchgefahren sind! Abends gab es dann gleich mal ein kleines,
lustiges Wasserbad in der Flussdurchfahrt samt Kombi und 1200 ADV! Nicole dahingegegen ist vordem Saharacamp noch nie im Gelände gefahren und könnte jetzt nach
zwei Wochen Saharacamp jederzeit eine Paris/Dakar mitfahren! Unsere Geländemöglichkeiten sind wirklich unbegrenzt und die Pisten von leicht bis sehr schwierig unendlich zu befahren.
Man kann 2 Wochen fahren, ohne jemals die gleichen Pisten befahren zu müssen.

Die schwierigsten Pisten befinden sich am Plage Blanche, dem 300 Km langen Sandstrand. Bei nassem Sand kann man locker die 150 km/h überschreiten, bei trockenem Tiefsand kommt der
ungeübte GS Fahrer schnell in den Bereich unter 1 km/h, das heißt schaufeln, ausbuddeln und immer wieder anschieben. Dann gibt es unüberwindbare Klippen, extrem schwierige Auffahrten
zu den oberen Küstenbereichen, richtige Felskamine mit lockerem Untergrund und vielen losen, flachen Steinen und immer wieder Fech-Fech, also Löcher mit feinem,
pudrigem Sand. Das alles ist allerdings nichts gegen die Flut, die sehr schnell eine schnelle,ausgedehnte Sandfahrt zum Albtraum werden lassen kann. Sogar der KTM
Werksinstruktor UDO hätte dort fast eine Geländemaschine verloren. Auch MIRKO mit seinem GS 1200 Kohlenfaser Prototypen hatte dort unten zwischen Ebbe und Flut Probleme und
warnte alle GS 1200 Fahrer vor dem letzten Stück des Plage Blanche, kurz vor Aoreora und Tafnidilt.

Seit vorgestern gibt es Militärübungen auf der Plage Blanche, die amerikanischen Marines üben Landungsmanöver über 50 Kilometer Strand.Tobias und Christoph entdeckten genau auf diesem
Strandabschnitt einen 10 Meter langen Wal, der dort vor 6 Monaten gestrandet war. Immer wieder treffen wir auch andere GS Fahrer auf dem Strand, zwei tschechische Fahrer,
denen wir mit Sprit ausgeholfen haben, 3 schwedische Fahrer auf Weltumfahrung und einen kanadischen ADV Fahrer, der seine Frau (auf 650 GSunterwegs) verloren hatte und
vor allem seinem Pass nachtrauerte, den sie dabei hatte. Am nächsten Tag gab es Gottlob wieder eine Familienvereingung und die Ausreise aus Marokko war für beide
gesichert.

Heute führt uns eine Tour zu einem kleinen Fischrestaurant am Strand,das eigentlich mehr eine Mopedwerkstätte ist und als Wirtschaft von außen nicht erkannbar ist.
50 Meter über dem Strand fühlt man sich dort wir auf einer einsamen Südseeinsel mit viel Sand, viel Blau, sanftem Wind und dem Rauschen der Wellen.Um dorthin zu
fahren, geht es erst 1 Kilometer durch unser Trainingsgelände, dann quer durch den nassen Fluss, das Oued hinauf auf eine 10 Km lange Buckelpiste, dann wieder 10 Km Strasse und
schliesslich 1 Km Sandpiste zum Strand.

Über das Wetter können wir uns nicht beklagen: seit wir in Marokko sind, also dem 22. März, gab es keinen Tropfen Regen, nur schönes, angenehmes
Wetter mit 22 ° am Tag und 15° C in der Nacht. An Geländeinstruktoren hatten wir Wolfi, Alex und Udo von KTM vom 29.3.bis zum 12.4. im Lager, wobei man sagen muss, dass alle
Teilnehmer mit diesen kompetenten Fachleuten enorme Fortschritte gemacht hatten! Unser ganz herzlicher Dank gilt KTMin Mattighofen, die unserem Club damit
ein äußerst tolles und unerwartetes, großzügiges Geschenk gemacht hatten!

Heute abend kommt eine neue Gruppe aus Norddeutschland an, die erst mal in die Gepflogenheiten des Camps eingewiesen werden muss. Maximaler Spass, maximale
Fahrten und das obligatorische Displayverbot im Clubraum. Wir wollen ja untereinander kommunizieren.... Am Samstag ein Camp auf dem Strand, etwa 80 Kilometer von hier und
dann wieder eine Tour zur Westsahara und zu den UN Blauhelmsoldaten. Wüste pur, Spannung und große Einamkeit auf der 1100 Km langen Strecke.

Wer sich noch schnell entschließen will zu kommen, wir haben noch Plätze in den nächsten 2 Wochen Saharacamp frei!